Feldtag Böhlitz: Zukunft der Landwirtschaft hautnah erlebt
PRESSEMITTEILUNG
Über 100 Fachbesucher beim Agroforst-Feldtag in Böhlitz
Thallwitz / Böhlitz. Wie lassen sich moderner Hochwasserschutz, biologische Vielfalt und landwirtschaftliche Erträge in Zeiten des Klimawandels vereinen? Die Antwort darauf lieferte am 3. Juni 2026 der große Feldtag am Tauchnitzgraben im Thallwitzer Ortsteil Böhlitz. Über 100 Gäste folgten der Einladung von Kooperationspartnern im Rahmen des ZENAPA-Projekts beim Geopark Porphyrland. Das hier in diesem Jahr nach zehnjähriger Projektlaufzeit sein Ende findet. In Böhlitz ist Sachsens größtes Agroforstsystem mit einem teilweise offengelegten und natürlich gestaltetem Tauchnitzgraben entstanden. Beides war für interessierte Gäste im Live-Betrieb per geführten Exkursionen zu begutachten.
Unter den Teilnehmenden befanden sich namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft, darunter Sachsens Staatssekretär Ulrich Menke, sowie die angehenden Fachkräfte der Landwirtschaftsschule Wurzen. Im Mittelpunkt standen der direkte Erfahrungsaustausch mit der Agrargenossenschaft Böhlitz e.G. sowie die drängenden Fragen zur klimaresistenten Gestaltung unserer Kulturlandschaften. Das Event stieß auf breites Medieninteresse. Unter anderem berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit einem Kamerateam vor Ort.
Besonderes Aufsehen erregte die Live-Vorführung moderner Agrartechnik. Eine speziell für die Anforderungen von Agroforstsystemen umgerüstete Landwirtschaftsmaschine zeigte, wie präzise Beikräuter zwischen den Gehölzreihen entfernt werden können. Dank angepasster Spezialwerkzeuge wird der Boden hocheffektiv entkrautet, während die empfindlichen Nutz- und Wertgehölze unbeschädigt bleiben.
Das Fachprogramm umfasste insgesamt sechs thematische Exkursionen zu Themen wie Gewässerrenaturierung, Erosionsschutz und regionale Wertschöpfung durch Energieholz. Es erfolgten zwei Durchgänge, so dass Teilnehmende sowohl thematische Schwerpunkte als auch Referenten wechseln konnten. Die Gespräche wurden später im Zelt vertieft und untereinander Netzwerkarbeit betrieben. Das Projekt ist beispielgebend auch über Sachsens Landesgrenzen hinaus. Abgerundet wurde die rundum gelungene Netzwerkveranstaltung durch traditionelles Mittagessen aus der Gulaschkanone. Die Gespräche setzten sich in einem kleinen Workshopformat für geladene Gäste am frühen Nachmittag fort.
„Die hier völlig neu gestaltete Kulturlandschaft ist ein hervorragendes Beispiel, wie landwirtschaftliche Nutzung, Natur- und Umweltschutz zusammengehen können“, zog Staatssekretär Menke ein positives Fazit.
Pressekontakt via
Text/Fotos: Natasha Allner / Geopark Porphyrland
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