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Ortsteile der Gemeinde Thallwitz
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Kollau Wasewitz Canitz Zwochau Lossa Nischwitz Böhlitz Röcknitz Thallwitz
nach obenThallwitz
Hat eine Fläche von 11,12 km² und 973 Einwohner*.
Schloss Thallwitz
Urkundlich wird Thallwitz erstmals im Jahr 1253 erwähnt. Im Verlaufe der Jahrhunderte traten viele Adelsgeschlechter in die Ortsgeschichte ein. Als erstes die von Canitz. Zu deren Zeit wurde um 1550 das Thallwitzer Schloss im Renaissancestil erbaut. Um 1740 befand sich Reichsgraf von Hoym im Besitz der gesamten Herrschaft. Diese ging durch Heirat 1791 an das Fürstentum Reuß über. Unter Heinrich XIV. wurde das Schloss zum Jagdschloss umgewandelt. Bis 1994 war das Schloss fast 50 Jahre lang das Domizil der „Wolfgang-Rosenthal-Klinik“, einer Einrichtung für plastische und wiederherstellende Gesichts- und Kieferchirurgie. Über eine 1720 erbaute Treppenanlage gelangt man vom
Schloss Thallwitz
Gartenparterre des Schlosses in den ursprünglich im französischen Stil angelegten Park. Ende des 18. Jahrhunderts wurde dieser nach Plänen des sächsischen Hofbaumeisters F.A. Krubsacius im englischen Stil umgestaltet. Durch unseren Ort schlängelt sich die Lossa, ein kleiner Bach. Ein Wehr in der Dorfmitte lässt den Herrenteich entstehen. Am Ortsausgang treibt der Bach ein Wasserrad an. Eine Sägemühle aus dem 18. Jahrhundert wurde durch den Heimatverein mit viel Sorgfalt restauriert.

nach obenRöcknitz
Gehört seit 1996 zur Gemeinde Thallwitz, hat eine Fläche von 9,64 km² und 818 Einwohner*.
Herrenhaus Röcknitz
Nach Süden erheben sich die Hohburger Berge. Diese bieten nach allen Seiten eine weite Sicht. Die Aussicht vom Gaudlitzberg reicht bis zu den Ausläufern des Erzgebirges. Der südlich und westlich des Ortes liegende Ouarzporphyr ist vulkanischen Ursprungs. Seit mehr als einhundert Jahren wird er zum Straßenbau gewonnen. Durch die Porphyrwerke wurde Röcknitz Anziehungspunkt für viele Arbeitskräfte, die in der Steinindustrie gute Verdienstmöglichkeiten fanden. Sie siedelten sich im Ort an und lösten einen Aufschwung von Handel, Handwerk und Gewerbe aus. Die Urkundliche Ersterwähnung von Röcknitz erfolgte am 12. Juni 1300.
Herrenhaus Röcknitz, Geoportal
Mit ihrem schlanken Turm überragt die um 1200 erbaute Kirche St. Nikolaus als Wahrzeichen alle anderen Gebäude. Nach mehrmaligen Um- und Erweiterungsbauten trägt sie romanische, gotische und barocke Züge und lässt erkennen, dass sie zu den ältesten Kirchen im Wurzener Land gehört. Das in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlässigte, im 15. Jahrhundert als Wasserburg erbaute Herrenhaus des Röcknitzer Rittergutes und der dazugehörige große Park werden nach und nach zur fremdenverkehrsfördernden Einrichtung gestalte. Ständig finden Ausstellungen statt.
Auf ausgebauten Rad- und Wanderwegen sind der Kuhteich mit einer Wasserfläche von acht Hektar und der größte Findling in der Region, der Riesenstein, zu erreichen. Weitere 9 Teiche, unter ihnen z. B. der Gänseteich, der Schenkteich und der Löttigteich, runden das ländliche Flair ab. Der Schwarz Bach fließt durch Röcknitz mitten hindurch. Viele weitere Informationen über Röcknitz finden Sie auf den Seiten des Röcknitzer Heimatvereins.

nach obenBöhlitz
Gehört seit 1996 zur Gemeinde Thallwitz, hat eine Fläche von 8,95 km² und 792 Einwohner*.
Schloss Böhlitz
Entstanden ist der heutige Ort aus den früheren Gemeinden Collmen und Böhlitz. Beide Orte sind slawischen Ursprungs und wurden später germanisiert. Collmen fand seine urkundliche Ersterwähnung 1161, Böhlitz erst gut einhundert Jahre später, im Jahre 1222. Beide Dörfer schlossen sich 1936 zur Gemeinde Böhlitz zusammen. Diese liegt auf dem Bergrücken der Ausläufer der Hohburger Berge. In den drei ehemaligen Steinbrüchen – Spielberg, inzwischen Kletter- und Taucherparadies geworden, Holzberg und Köppelscher Berg – sind Seen entstanden, wodurch sich diese Gebiete immer mehr zu Naturbiotopen entwickeln. Auf dem Weg zu den Steinbrüchen hat man eine schöne Fernsicht.
Schloss Böhlitz
Charakteristisch für die Landschaft um Böhlitz sind viele Felder, wenig Wiesen und kaum Wald. Zu den Naherholungsmöglichkeiten gehört auch das moderne Freibad. Es hat ein Edelstahlbecken, eine Wasserrutschbahn, Sprungbretter und eine Wettkampfbahn. Die kleinsten Besucher lädt ein Planschbecken zum Herumtollen ein. Auch Bau- und Naturdenkmäler sind im Ort anzuschauen: Die Villa Marienhof, das ehemalige Herrenhaus des Ritterguts, das Drescherhaus, die Martin-Luther-Kirche, der ehemalige Wasserturm, die Bockwindmühle, die Gletscherschliffe am Spielberg und das Gletschertal Köppelscher Berg.
Eine Besonderheit wäre noch anzufügen. Der Urgroßvater des berühmten Opernkomponisten Richard Wagner, Emanuel Wagner, war in Böhlitz von 1693 bis 1703 Kantor und Kirchenschullehrer.

nach obenNischwitz
Gehört seit 1993 zur Gemeinde Thallwitz, hat eine Fläche von 8,22 km² und 734 Einwohner*.
Herrenhaus Nischwitz
Die urkundliche Ersterwähnung fand der Ort im Jahre 1412 als Nitzculbitz. Bereits 1450 wird das Rittergut als Stammsitz der Familie von Nischwitz benannt. 1714 ließ der damalige Besitzer Freiherr von Rackwitz unter Mitwirkung des berühmten Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann den Bau eines dreigeschossigen Herrenhauses veranlassen. Als der sächsische Premierminister Heinrich von Brühl die Herrschaft übernimmt, lässt er das Schloss in den Jahren 1745 bis 1750 nach Plänen des Oberlandesbaumeisters Johann Christoph Knöffel im Stil des sächsischen Rokoko umbauen. Zur Zeit des Schlossumbaues wurde der Park als Rokokogarten angelegt und später durch F.A. Krubsaciuc im englischen Stil umgestaltet.
Schloss Nischwitz

Die Parkanlage grenzt an den kleinen Bachverlauf "Mühlengraben" an dessen Ufer zwei Teehäuser, wahrscheinlich die letzten beiden im Stil des sächsischen Rokokos in Sachsen, stehen. 1817 ersteigerte Christian Friedrich von Ritzenberg den Besitz. Diese Familie trug viel zur Verschönerung des Schlosses bei. So war hier von 1848 bis 1851 der Maler Louis Gurlitt tätig. Er kaufte in der Dorfstraße ein Haus, an dem heute noch eine Tafel an die Geburt seines Sohnes Cornelius erinnert. Cornelius Gurlitt (1850 – 1938) war Architekt und Kunsthistoriker und machte sich einen Namen durch das 42-bändige Werk „Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen“. Die kleine Kirche ließ Bischof Johann VI. von Salhausen im Jahre 1512 erbauen. Das Gemälde „Grablegung Christi“ aus dem Jahr 1561 von Lucas Cranach d. J. ist ein Geschenk derer von Ritzenberg. Im Jahr 1987 versuchten Diebe das Gemälde zu stehlen, sie konnten aber gleich gefasst werden und das Bild kehrte an seinen alten Platz zurück.


nach obenLossa
Gehört seit 1973 zur Gemeinde Thallwitz und hat eine Fläche von 2,7 km² und 183 Einwohner*.
Kopflindenallee in Lossa
Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 1301 als Lossowe. Dominant in diesem kleinen Ort ist das zweigeschossige Herrenhaus, welches Mitte des 16. Jahrhunderts für Moritz von Nischwitz erbaut wurde. Als Besitzer werden im 17. Jahrhundert ein Major Blümel und der Dompropst Heinsberg genannt. 1704 bis 1810 folgte die Familie Bünau. Dann wurde der Besitz – aus Mangel an eigenen Nachfahren – an Armgard von Könneritz, geborene Gräfin Hohenthal-Dölkau übertragen und verblieb bis 1945 Eigentum der von Könneritz. Hofseitig ist das Schloss mit Pilastergliederung und rundbogiger Fenstertür gestaltet.
Kopflindenallee in Lossa
Östlich des Anwesens erstreckt sich eine kleine, idyllische Parkanlage. Gespenstisch wirken die Bäume der alten Kopflindenallee, die man nach Überqueren des Lossabaches durchschreitet.
In den 60-er Jahren erfolgte ein Umbau der ehemaligen Reithalle des Rittergutes in ein Kulturhaus. Erntefeste, Weinfeste und Auftritte bekannter Orchester trugen dazu bei, dass Lossa weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt wurde. Im Jahr 2000 begann die Gemeinde Thallwitz mit der Rekonstruktion und Beziegelung des Dachstuhles des Schlossgebäudes. Im Seitentrakt wurden Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Vereinstreffen geschaffen. Das Ziel des so entstandenen Dorfgemeinschaftshauses ist es, das Vereinsleben in Lossa zu stärken.

nach obenZwochau
Gehört seit 1996 zur Gemeinde Thallwitz, hat eine Fläche von 3,57 km² und 128 Einwohner*.
Kuhteich zwischen Röcknitz und Zwochau
Als „Villa Soch prope Rockenitz“ erfuhr Zwochau am 12. Juni 1300 mit dem 3 km entfernt liegenden Röcknitz seine Ersterwähnung. Das kleine, am Fuß der Hohburger Berge gelegene Walddörfchen, bietet dem Besucher einen idyllischen Anblick. Nur eine Straße führt durch den Ort. Zu den Wiesen hin stehen die schon historischen, jetzt aber renovierten Reihen- und Doppelhäuser der einstmals im Steinbruch beschäftigten Arbeiter. Am Wald, mit den vom Ostwind gebogenen Kiefern, stehen neue, schmucke Eigenheime. Es ist kaum vorstellbar, dass Zwochau im Jahr 1847 aus nur drei Häusern mit 21 Einwohner bestand.
Kuhteich zwischen Röcknitz und Zwochau
Der Kinderspielplatz und der gepflegte Dorfplatz laden zum Verweilen ein. Aber auch die Umgebung des kleinen Ortes birgt manche Reize. Viele Wanderwege führen in die Hohburger Berge und in den Thammenhainer Wald. Ganz in der Nähe, am Osthang des Gaudlitzberges, wächst ein herrlicher Buchenwald.

nach obenCanitz
Hat mit Wasewitz zusammen eine Fläche von 6,56 km² und 52 Einwohner*.
Wasserwerk in Canitz

Die Entstehung des Ortes Canitz wird auf das Jahr 1348 datiert. Zahlreiche Bodenfunde deuten darauf hin, dass an dieser Stelle bereits eine slawische Siedlung stand. Ausgehend von dem Grundsatz „die Natur soll für künftige Generationen erhalten bleiben und für Menschen unserer Region erlebbar sein“, wird Canitz wieder aufgebaut, was viele Jahre vernachlässigt wurde. Der Erlebnisrastplatz lädt nicht nur mit seinen Bauern- und Kräutergärten zum Verweilen ein. Lehmnatursteinmauern lassen das typische Dorfbild wieder entstehen. Auch die alte Windmühle gibt es noch. Sie wurde im Jahr 1876 als Turmdrehmühle erbaut und 1954 stillgelegt. Heute wird sie als Wohnraum genutzt.

Wasserwerk Canitz
Um ein Wasserwerk zu errichten, erwarb im Jahr 1908 die Stadt Leipzig sämtliche Canitzer Fluren und Güter. Vier Jahre später erfolgte die Inbetriebnahme des Wasserwerks. Innerhalb der heute denkmalgeschützten Bauhülle ist die Entwicklung nicht stehen geblieben. So wurden die dampfbetriebenen Kolbenpumpen durch Elektromotoren ersetzt, die das Wasser befördern. Das Rohwasser wird aus etwa 200 Brunnen gewonnen. Danach wird es über Kiesfilter geleitet, mit Zusätzen versehen und zu Trinkwasser aufbereitet. Nach dem Hochwasser im Jahr 2002 wurde die Anlage komplett saniert. Um das Grundwasser vor Verunreinigungen zu schützen, wird im Wassergut Canitz ökologischer Landbau betrieben. Mit steigendem Wasserbedarf der Leipziger Bevölkerung wurde 1938 der Bau des Thallwitzer Werkes notwendig.

nach obenWasewitz
Hat mit Canitz zusammen eine Fläche von 6,56 km² und 93 Einwohner*.
Kirche Wasewitz
Das wendische Rundweilerdorf wurde am 13. Februar 1350 urkundlich erstmals als Wassewicz erwähnt. Schon von weitem ist die kleine, romanische Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert zu sehen. In ihr sind die umfangreichsten mittelalterlichen Ausmalungen der Dorfkirchen in Sachsen erhalten geblieben. Sie stammen aus dem Jahre 1496. Die an der Nordwand dargestellten Bilder zeigen die Passion Christi und die Auferstehung. Im unteren Teil wird eine Heiligenlegende dargestellt. Die einschiffige Wehrkirche mit einer halbrunden Apsis hat einen kleinen Turm, der östlich angebaut ist. Die Kanzel stammt aus dem Jahre 1548 und ist eine der ältesten evangelischen Kanzeln.
Wehrkirche Wasewitz
Die auf ihr dargestellte Kreuzigungsszene  könnte aus einer Werkstatt Lucas Cranach d. Ä. zu Wittenberg stammen. Die Orgel wurde 1869 von Eilenburger Orgelbauer Schrickel gebaut und 1977 durch Kantor Christoph Schwarzenberg restauriert. Wasewitz wird in jüngster Zeit umfangreich saniert und soll zukünftig als Wasserdorf vielen Menschen zu einer neuen Heimat werden.

nach obenKollau
Hat eine Fläche von 2,28 km² und 91 Einwohner*.
Kollauer Wehr
Das kleine Dörfchen Kollau liegt direkt an der Mulde. Seine Ersterwähnung fand es als Kolowe am 10. November 1248 in einer Urkunde über die Festlegung der Grenzen des Meißener  Hochstiftes. Laut Sächsischem Staatsarchiv Dresden könnte Kollau jedoch bereits im 7. Jahrhundert als sorbische Siedlung entstanden sein. Hier ist der Muldenabschnitt besonders reizvoll. Etwa einen Kilometer flussabwärts befindet sich eine wasserbaulich imposante Anlage, das Kollauer Wehr, auch Bobritzer Damm genannt. Vermutlich wurde er im Spätmittelalter von flämischen Einwanderern erbaut. Der jetzige Steinschüttdamm – 1988 und 1999 grundhaft saniert – entstand zwischen 1911 und 1920.
Kollauer Wehr mit Fischtreppe
Das Kollauer Wehr ist für viele aus nah und fern ein beliebtes Ausflugsziel.
*Stichtag für die Einwohnerzahlen war der 31. Juli 2006
  © 2006 Gemeindeverwaltung Thallwitz